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Vom Zufall zur Steuerung des Filmlandes Tirol
Im Zuge seines Masterstudiums am der Donau-Universität Krems verfasste der Cine Tirol Leiter Johannes Köck eine Masterthese mit dem Titel „Vom Zufall zur Steuerung des Filmlandes Tirol“ und ermöglichte damit die erstmalige Dokumentation der Tiroler Filmgeschichte im Zeitraum von 1896 bis 2006 mit über 600 Kino-, TV- und Dokumentarfilmen, die in Tirol realisiert wurden.

Von den Anfängen filmischen Schaffens in Tirol zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts bis 1997 waren es mehr oder weniger Zufälle, die in der sogenannten „passiven Phase“ zu Filmproduktionen im Herz der Alpen führten – wie beispielsweise die Ansichtskarte in einer Münchner Buchhandlung, die Alfred Hitchcock 1925 auf Obergurgl als geeigneten Drehort für seinen zweiten Film „The Mountain Eagle“ aufmerksam machte. Interessant war auch die Erkenntnis, dass frühe Filmproduktionen in Tirol wie jene des Briten Frank Ormiston Smith ab 1905 vom damaligen Tiroler Landesverband für Fremdenverkehr beauftragt wurden, um durch die entsprechenden Vorführungen der Filme in England und Deutschland Urlaubsgäste nach Tirol zu führen.

Die Anzahl und Vielfalt von Filmproduktionen „made in Tirol“ konnten durch die Bemühungen und Maßnahmen der Cine Tirol als regionale Filmcommission und Filmförderung seit 1998 in kurzer Zeit enorm gesteigert werden: rund 200 Filmprojekte – darunter Kinofilme und TV-Movies, Fernsehreihen und –serien, Dokumentar- sowie Kurzfilme - und ihre wirtschaftlichen Effekte durch produktionsbedingte Ausgaben in den Tiroler Regionen in der Höhe von rund 36 Millionen Euro seit Beginn dieser „aktiven“ Phase sind ein überzeugender Beweis, dass die durch Cine Tirol initiierten Impulse stark filmfördernde Wirkungen mit höchst erfreulichen Effekten – darunter auch mediale und touristische Effekte - auslösen konnten; auf diese Weise leistet Cine Tirol seit bald neun Jahren nachweislich einen sehr konkreten und effizienten Beitrag zum filmischen Standortmanagement Tirols.

Tirol hat sich in über hundert Jahren einen sehr guten Namen als attraktives Filmland mit alpinen Drehorten gemacht: Filmschaffende aus vielen Ländern Europas, aus Nord- und Südamerika, aus Indien und zahlreichen anderen Ländern waren und sind insbesondere von der abwechslungsreichen Schönheit der Tiroler Bergwelt, von der leichten Erreichbarkeit der (hoch)alpinen Drehorte, von der herausragenden Infrastruktur speziell der Hotellerie oft in unmittelbarer Nähe der Locations sowie von der gast- und filmfreundlichen Haltung der Tiroler Bevölkerung begeistert. Berühmte Schauspieler wie Robert Redford, Silvana Mangano, Omar Sharif, Brad Pitt, Romy Schneider, Vin Diesel, Claudia Cardinale, Tobias Moretti, Jane Seymour, Gene Hackman und Annie Girardot und viele mehr standen im Filmland Tirol vor der Kamera; Alfred Hitchcock, Jean-Jacques Annaud, Christian Duguay, Ernst Marischka, Lucchino Visconti und zahlreiche andere Regisseure leiteten die Dreharbeiten „on location Tirol“.

Johannes Köck hat in seiner Masterthese auch die hinkünftigen Erfolgschancen für das Filmland Tirol untersucht und entsprechende Handlungsempfehlungen formuliert – darunter die konsequente Weiterentwicklung und Stärkung von Cine Tirol als „Motor“ des Filmlandes Tirol, die kluge Auswahl von förderungswürdigen Filmproduktionen unter besonderer Berücksichtigung der größtmöglichen wirtschaftlichen Effekte, die filmtouristische Verwertung von Filmproduktionen während und vor allem nach den Dreharbeiten durch die heimischen Touristiker, die behutsame Öffnung von Tiroler Schutzgebieten für Filmproduktionen unter strengen Auflagen und angemessenen Konditionen, die fortgesetzte Internationalisierung der Bewerbung des Filmlandes Tirol weit über den deutschsprachigen Raum hinaus sowie die auch weiterhin spürbare gast- und filmfreundliche Grundhaltung der heimischen Bevölkerung gegenüber Filmproduktionen aus aller Welt.

Der französische Regisseur Jean-Jacques Annaud rühmte das Filmland Tirol nach den Dreharbeiten für seine Filme „Der Bär“ und „Sieben Jahre in Tibet“ mit folgendem Zitat auf besondere Weise: „Tirol bietet die Tüchtigkeit Deutschlands, die Schönheit der Schweiz und den Charme Italiens.“

„Diese Werte auch hinkünftig für das Filmland Tirol zu erhalten, ist eine Verpflichtung, neue Werte für die Entwicklung und Gestaltung des Filmlandes Tirol zu schaffen, eine Herausforderung – insbesondere für Cine Tirol, aber auch für alle anderen Partner in Tirol. Auf diese Weise wird Tirol seinen führenden Rang und seine beispielhafte Stellung als die Filmlocation im Herz der Alpen bewahren und sogar stärken können. Meine Masterthese mit ihrem umfassenden Rückblick und ermutigenden Ausblick möge einen konstruktiven Beitrag dazu leisten“, wünscht sich der Autor und Cine Tirol Leiter Johannes Köck.
 
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